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Schulgeschichte

Seit 1890 lässt sich die Geschichte des Klausdorfer Schulwesens in der damals vom Lehrer Alsen begonnenen Schulchronik nachvollziehen. Aber auch frühere Nachrichten über die Schule und ihre Lehrer finden sich in seiner Niederschrift. Alsen fasste sie nach den Erzählungen der älteren Dorfbewohner oder in geringem Maße auch aus den Aufzeichnungen des Klosters Preetz, dem Klausdorf seit seiner Gründung untertan war, und nach einer Aufzeichnung im Kirchenbuch E`hagen zusammen.

Hieraus ergibt sich, dass bereits im Jahre 1713 eine Schule im Orte unter der Aufsicht und mit Hilfe der Klosterverwaltung gebaut wurde. Sie war kaum größer als eine kleine Kate. In der Schulchronik finden wir eine Beschreibung: „ Das Holz zu dem Bau des Hauses hat die Kommüne aus den klösterlichen Gehegen fürs Niederhauen und Anfahren geschenkt erhalten. Der Fußboden war aus gestampften Lehm, die Fenstersprossen aus Blei waren mit Pergament oder gestreckter Darmhaut bespannt, das Dach war mit Stroh als Unterschicht und Reet darüber gedeckt. Die Wohnstube war 21 Fuß lang und 7 Fuß breit ( 1 Fuß= 31,1 cm ) und hatte einen eisernen Ofen. Der Feuerherd bestand aus Feldsteinen. Zu damaliger Zeit hatten die Häuser offene Feuerstellen mit Rauchabzug nach oben, Swibbogen genannt. An die Speisekammer, die neben der Stube war, schloss sich gleich der Stall an. Das Inventar bestand aus einer langen Bank als Sitzgelegenheit, mit einer davor stehenden höheren Bankl von 1 ½ Fuß Breite, die als Tisch diente. So hat Lehrer Hüseler 1813, 100 Jahre später, das Schulgebäude vorgefunden."

Weil dieses Haus nicht für eine Lehrerwohnung geeignet war, beantragte der Lehrer Hüseler einen Neubau. Aber es blieb lediglich bei einem Umbau. In diesem Zustand sich das gesamte Haus bis zum Jahre 1843 erhalten hat. Erst als sich dann wirklich herausstellte, dass dieses Haus baufällig war, entschloss sich die Kommune auf Drängen der Regierung und des General-Superintendenten eine neue Schule zu bauen. Das alte Haus wurde abgerissen, die Kinder hatten im Sommerhalbjahr 1844 schulfrei.

 

Das neue Haus wurde am Dorfteich, etwa dort wo heute die Kirche steht, erbaut. Es war „ ein 22m langes, 11m breites und ca.11m hohes Gebäude. Es liegt in der Richtung von Osten nach Westen. Es ist mit einer Brandmauer versehen und mit Stroh gedeckt. Im Hause liegt die Schulstube mit der zu derselben gehörenden Vordiele, am Ostende des Hauses. Das Schulhaus hat 3 Stuben mit Ofen und 3 Kammern, einen Flur, eine Küche nebst Speisekammer und Keller, eine Scheunendiele und einen Kuhstall am Westende des Hauses auf dem Herdenraum liegt ein Speicher. Rund um das Haus ist 1m breit mit Feldsteinen gepflastert. Der Schulbrunnen liegt auf dem Dorfplatze südlich vom Hause 21 m entfernt. Das Schulhaus ist an der Südseite 1886 neu gedeckt worden. In 4 Stuben ist eine Gypsseite." 

Im Verlaufe der nächsten Jahrzehnte bis zum Jahre 1912 wurden verschiedentlich Verbesserungen und Reparaturen an dem Schulgebäude vorgenommen. So erhielt beim Lehrerwechsel im Jahre 1885 die Wohnstube des Lehrers einen neuen Kachelofen anstelle eine Beilegeofens. Der offene Herd in der Küche wich einem Sparherd.

In den Sommerferien des Jahres 1887 wurde dann auch in der Schule ein neuer Ofen gesetzt, weil der alte in fast allen Teilen geborsten war. Aus sicherheitstechnischen Gründen, damit der Eingang zur Schule feuerfest sein sollte, baute man im Sommer 1889 das östliche Ende des Schulhauses bis zum Giebel aus, und in den Sommerferien des Jahres 1890 erhielt auf Anordnung der Königlichen Regierung zu Schleswig das hiesige Schulhaus zwei Blitzableiter. – Weil die Schulfläche für den Lehrer zu klein war, so wurde im Sommer 1903 die Stube links von der Vordiele erweitert und eine kleine Stube außerdem eingerichtet. Der Platz wurde von der Scheunendiele abgetrennt. Hier wurde ein neuer Ofen gesetzt, so dass die Stube jetzt heizbar wurde. Und auch die hygienischen Verhältnisse in der Schule erfuhren eine Verbesserung. Weil die Abtritte für die Schuljugend nicht genügten, so wurde im November 1904 eine Grube gemauert und ein Häuschen erbaut mit zwei Sitzen für die Mädchen und einen Sitz sowie einen Pissoir für die Knaben.

Im Jahre 1905 veränderten sich die schulischen Arbeitsbedingungen in Klausdorf. Dieser Wandel war auf das Anwachsen der Bevölkerung und dem damit verbundenen Ansteigen der Schülerzahlen in der Gemeinde zurückzuführen. Die bestehende einklassige Schule war mit Kindern überfüllt. Bereits 10901 und 1902 besuchten über 90 Kinder diese Einrichtung. Ein Rückgang der Zahlen war nicht zu erwarten. So bewegte der Gedanke, die Schule zu erweitern oder eine neue zu erbauen bereits seit 1902 die Gemüter in der Gemeinde. Man entschloss sich, eine zweite einklassige Schule an der Preetzer Chaussee zu errichten. Mit dem Bau begann man 1905. nach ihrer Fertigstellung gab es nun zwei einklassige Schulen in Klausdorf: die alte am Dorfteich, Klausdorf I , eine neue auf dem Dreikroner Berg, Klausdorf II.

Aber bereits in den folgenden Jahren zeigte sich, dass selbst beide Schule zusammen die steigenden Schülerzahlen nicht bewältigen konnten. So schnitt man zunächst die Einzugsbereiche der Schulen neu, und als das nichts half, vergrößerte man die Schule in Dreikronen um einen Klassenraum. Die Gemeinde Klausdorf leistete sich also zwei Schulen mit je zwei Klassen und je einem Hauptlehrer. Die eine im Dorf am Dorfteich, die andere am Rande des Ortes, an der Preetzer Chaussee, etwa 2,5 km von einander entfernt. Eine nicht gerade wirtschaftlich ausgewogene Lösung.

Die wachsende Bevölkerung, Klausdorf hatte neue Wohngebiete ausgewiesen, vergrößerte zwangsläufig die Schülerzahlen. So erforderte die angestrengte allgemeine Lage der beiden Schulen bereits 1910 neue Überlegungen zum Bau eines neuen Schulgebäudes. Im Herbst 1911 begann der Bau dieses nunmehr dritten Schulgebäudes, nach dem die neu geschaffene Schulstraße benannt wurde. Das neu errichtete Schulhaus wurde am 11. April 1912 eingeweiht und an die Schüler und Lehrer übergeben. Diese Schule an der Schulstraße enthielt zwei Klassenräume und 1 Lehrerzimmer, außerdem die Wohnung des Schulleiters.

Das zweite Gebäude, Preetzer Chaussee 42, enthielt ebenfalls 2 Klassenräume und eine Notwohnung. Dieser Zustand blieb noch viele Jahre bestehen. Denn in den folgenden Jahren bis 1933 veränderte sich die allgemeine Lage im Klausdorfer Schulwesen nicht wesentlich. Zwar beschloss die Kommune zwischenzeitlich im Jahre 1921, Klausdorf II mit Klausdorf I zu einem Schulsystem zu vereinigen. Das bedeutete, dass jetzt zwar eine Schulleitung für beide Systeme verantwortlich zeichnete, die räumliche Trennung aber bestehen blieb.

Viele Gründe aber sprachen dafür, alle 4 Klassen in einem Gebäude unterzubringen. So entschloss man sich, 1938 an das bereits in der Schulstraße vorhandene Schulgebäude einen Anbau zu errichten. Dies geschah unter schwierigen Bedingungen, denn die Kriegswirtschaft warf ihre Schatten voraus und es herrschte zeitweiliger Mangel an Zement und Dachlatten. Aber im Dezember 1938 wurde Richtfest gefeiert, im September 1939 konnte der Unterricht aufgenommen werden. Der Schulflügel enthielt nach Fertigstellung des Anbaus 6 Klassenzimmer, 1 Lehrerzimmer, 1 Lehrmittelzimmer, 1 Schulleiterzimmer und im Kellergeschoss befanden sich 2 Vorratsräume, 1 Kochküche, zugleich Luftschutzkeller, 1 Heizungskeller. Von den 6 Klassenräumen diente 1 Raum als Turn- und ein anderer als Werkraum.  

Die Ereignisse des II. Weltkrieges gingen nicht spurlos an Klausdorf vorüber, schon gar nicht an den Schulgebäuden. In den Jahren 1944 und 1945 wurden alle Schulbauten zunächst schwer beschädigt und schließlich im April 1945 völlig zerstört. Ab November 1944 bis zum März 1946 gab es in Klausdorf keinen Schulunterricht. Lehrer und Schüler verteilten sich auf andere Schulen im Kreise Plön oder waren landverschickt.

Der Unterricht in Klausdorf wurde erst im März 1946, geteilt in zwei Schichten vormittags wie und nachmittags mit 210 Kindern in 4 Klassen aufgenommen. 2 Lehrkräfte bemühten sich, die durch die Kriegsereignisse teilweise verlotterte und unwissend gebliebene Jugend, Einheimische und Flüchtlinge gleichermaßen, wieder an ein geregeltes Schulleben zu gewöhnen. Ihr erstes Domizil fanden sie in einer Holzbaracke mit zwei Räumen am nördlichen Rande des heutigen Sportplatzgeländes. Ein Notbehelf, der für die folgenden drei Jahre bestehen blieb.

Dann aber im Jahre 1949 war es endlich wieder soweit: Ein neues Schulgebäude konnte von den Schülerinnen und Schülern in Besitz genommen werden. Die Kieler Nachrichten berichteten damals: 

Die Bevölkerungszahl der Gemeinde Klausdorf stieg in den folgenden Jahren stetig, und damit auch die Schülerzahlen. So wuchs der Schulkomplex bis zum Jahre 1972 um mehrere Erweiterungsbauten und bot schließlich für ca. 600 Schülerinnen und Schüler Raum. Im einzelnen entstanden:  

1960 – eine 13x26 m große Turnhalle,

1965 – ein Schulerweiterungsbau mit 8 Räumen, heute als Mitteltrakt bezeichnet, und ein Lehrschwimmbecken,

1970 – ein weiterer Schulerweiterungsbau 1. Bauabschnitt Turm mit 8 Räumen,

1972 - 2. Bauabschnitt Turm mit 8 Räumen

 

Mittelpunkt des Schulgeländes ist seit 1983/84 ein neu gestalteten Schulhof. Die Gebäude selbst werden heute aber nicht mehr alle von der Schule genutzt, da die Schülerzahlen in den vergangenen Jahren drastisch sanken und   nunmehr nur noch eine Grundschule in Klausdorf existiert.

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