Fahnenweihe

"Ein Tag besonderer Freude war für unsere Schule, ja für unser ganzes Dorf, der 2. Juli 1954. An diesem Tage wurde unsere Schulfahne eingeweiht." 

Mit dieser Eintragung in die Schulchronik beginnt die Schilderung einer Weihe und Übergabe einer Schulfahne an die Schülerinnen und Schüler der Klausdorfer Volksschule.  Die Fahne konnte gefertigt und anlässlich eines Vogelschießens geweiht werden. Den weiteren Verlauf dieser Feier nun mit den Worten des Chronisten:

"Um 20 Uhr hatte sich die gesamte Schülerschaft und der Lehrkörper auf unserem schönen Dorfplatz versammelt. Vor dem Rednerpult stand die verhüllte Schulfahne, flankiert von den beiden Fahnen des Klausdorfer Männergesangsvereins und Turnvereins. Einleitend sang ein großer Männerchor (ca. 100 Sänger). dann eröffnete Herr Stomber die Feierstunde und dankte allen, die an diesem schönen Werk mitgeholfen hatten. Nun ergriff der Weihredner Herr Witthinrich das Wort. Er führte u.a. aus:

Mit freudiger, stolzer Genugtuung können wir heute sagen: Das Ziel ist erreicht! Es möge auch bei euch Kindern als Vorbild dienen, zäh und ausdauernd ein Ziel zu verfolgen; dann wird es auch erreicht werden. Wir leben in einer Zeit, die rennt und hastet, das Geld eine besondere Rolle spielt. Um so erfreulicher ist es, wenn wir hier zusammenkommen zu einer Stunde der Besinnung. Es soll aber auch eine Stunde der Freude sein. Euch, meine lieben Kinder, wollen wir Eltern und eure Lehrer stets das Beste schenken. Wir wollen alle mithelfen, dass diese herzliche Verbundenheit zwischen Schule, Elternhaus und Gemeindeverwaltung auch weiterhin so bleiben möge. Daran soll uns immer das auf der Fahne eingestickte Symbol erinnern: Die schützenden Hände, Lehrerschaft und Eltern, hegen und pflegen das junge Bäumchen, das euch meine Jungen und Mädchen symbolisch darstellt. Und die Farben unserer Heimat sollen euch daran erinnern, dass der Einzelne nicht allein ist, sondern Gefährten der Heimat - Kameraden bei sich hat. Die Liebe zu unserer Heimat, verkörpert durch unsere im Schwentinetal gelegene Ortschaft, ist und bleibt eine der Grundsäulen unseres Lebens. So möge denn morgen und in vielen Jahren noch die Erinnerung wach bleiben an diesen Augenblick, in dem ich die Hülle der Fahne fallen lasse.

Dann übergab Herr Witthinrich die geweihte Fahne dem Schulleiter, Hauptlehrer Klautke, der in bewegten Worten für dieses schöne Geschenk dankte. Die vereinigten Männerchöre unter der Leitung von K. H. Stieler brachten dann das Lied "Wo gen Himmel Eichen ragen" zu Gehör, und ein Sprechchor der Schule umrahmte die Feier mit dem Gedicht "Gelöbnis der Jugend". Die letzten Zeilen gaben den richtigen Übergang zu dem gemeinsamen Schlusslied, dem Schleswig-Holstein-Lied."

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